Sunday Homilies

Predigt: 32, Sonntag, (06. November 2011) Jahr A 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Jesus hat immer wieder durch kleine Geschichte erzählte, wie es mit Gott und mit seinem Himmelreich ist. Mit dem hat er auch, sein Ankommen unter den Menschen, ankündigt. Diese Geschichten, die er erzählt hatte, funktionieren bis heute, mit diesen wollte ja auch Jesus etwas für die Menschen bewirken. Nun dürfen wir fragen, was könnte  Jesus bewirken wollen mit der heutigen Geschichte, oder mit der Geschichte der Jungfrauen? Es kann sein, dass es in der Geschichte um die Frage geht,  wie man mit Gott in Beziehung kommt? Oder, wie ich in das Reich Gottes komme? Was hat Jesus immer wieder damit gemeint, dass die Herrschaft Gottes, die mit ihm angefangen hat, schon in der Welt erfahrbar ist. Wie kommt man dazu?
Jesus hat darauf geantwortet, dass die Nächstenliebe, die beste Zugriffsart ist, mit der man zu Gottes Nähe kommen kann, und mit ihm tritt man in das Reichgottes ein. Dafür braucht man eine Lampe, die das Herz der Menschen ist und das Öl, das die Liebe und der Geist ist. Der Geist ist die Liebe, die das Verhalten Gottes ist, die  uns Gott durch seinen Geist geschenkt hat. Diese Liebe Gottes, die wir aufnehmen können, ist etwas anders als die Liebe der Menschen. Sie bleibt in uns durch unser Gebet und durch gute Taten, drum sollen wir immer im Gebet um Gott bitten, für die pure Liebe, die Gott uns gibt, damit wir mit der Liebe, in selbstlose Liebe, verkleidet werden. Darum hat die heilige Theresia von Lisieux einmal zu Gott gebetet: „Am Abend meines Lebens werde ich mit leeren Händen vor Dir erscheinen; denn ich bitte: Zähle meine guten Werke nicht, Herr! Alle unsere Gerechtigkeit ist voller Fehler in Deinen Augen. Ich will mich also mit Deiner Gerechtigkeit bekleiden und mit Deiner Liebe Dich selbst empfangen.“
Dieses Verhalten ist die innere und die rechte Gesinnung der Heiligen. Es ist die innere Liebe zum Herrn, aus der sie leben, die den Heiligen Geist. Das Leben, im und mit dem Heiligen Geist, ist eigentlich die Heiligkeit des Lebens. Ohne sie fallen wir vom Reich Gottes aus. Darum sollen wir immer bereit sein, in unserem Leben, ihm sofort entgegenzugehen, sonst verpassen wir unsere Chance. So dürfen wir die persönliche Beziehung zu Jesus Christus behalten, dessen Ankunft jede Zeit in unserem Leben kommen kann. Ohne Öl (die Liebe), wird das zukünftige Leben nicht erreichbar sein. Drum dürfen wir nicht von Gott hören, dass wir „Zu spät“ sind. Wenn es „ Zu spät“ ist, dann wird unsere Bitte umsonst, wie die fünf Jungfrauen, die spät gekommen sind. Michael Gorbatschow sagte einmal „wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. So vergessen wir nicht uns selbst um das Öl, das uns Licht, Wärme und Geborgenheit schenkt zu kümmern. Endlich, die Bereitschaft um Gott und mit Menschen vertrauensvoll zu begegnen, können wir nicht an andere delegieren. Denn die Zeit ist kostbar. Von einem englischen Philosophen stammt das Wort: „Zeit ist das, was passiert, wenn sonst nichts passiert“.

Predigt: 31, Sonntag, (30 october 2011) Jahr A 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Wir sind zusammen nach Karlplatz mit der U Bahn gefahren. Während der Reise haben wir untereinander über verschiedene Themen diskutiert. Ein Thema war über eine Pfarre. Ich habe meine Begleiter gefragt, wie es nun mit dieser Pfarre weiter geht? Dann er hat mir gesagt, dass die Pfarre ist nicht so einfach sei, weil die Frauen in der Pfarre viel Mächtiger sind. Ich denke dass die Zeit gekommen ist, solch ein Verhalten zu ersetzen.

Was bedeutet das Wort „Macht“: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen.“ Der bekannte Theologe Karl Rahner hat immer wieder darauf hingewiesen, dass es viele Mittel gibt, Macht zu erwerben, zu sichern und zu steigern. Wer Macht ausübt, greift in der Regel in die Freiheitsrechte anderer ein. Aus seiner Freiheit zwingt er den Mitmenschen auf, was sie in vielen Fällen gar nicht wollen und – wenn sie schlecht ausgeübt wird – gar nicht brauchen.

Um Macht geht es auch im Evangelium, das wir eben gehört haben. Hier sind es die religiösen Machthaber, denen Jesus scheinbar eine gehörige Standpauke hält. „Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen aber selbst keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.“ Das wirft er ihnen vor. Die „schweren Lasten“, das sind die vielen Gebote und Verbote, die die Schriftgelehrten aus dem Alten Testament, vor allem aus dem Gesetz des Mose, abgeleitet hatten. Zur Zeit Jesu zählte man 613 solcher heiliger Vorschriften. Da musste also eine ganze Menge beachtet werden. Und die Beachtung dieser Gesetze machte den Menschen das Leben nicht unbedingt einfacher. Interessant ist, dass die genaue Übersetzung des Verses aus dem Evangelium eigentlich heißt: „Sie wollen aber selbst keinen Finger rühren, um die Lasten weg zu nehmen“. Es geht also gar nicht darum, dass die, die die Macht dazu haben, Gesetze und Vorschriften abschaffen. Es geht darum, den Menschen zu helfen, mit den Vorschriften klar zu kommen. Das Gesetz ist für den Menschen da, nicht der Mensch für das Gesetz. Genauso könnte man sagen: Ein Mensch hat Macht, um den anderen damit behilflich zu sein, ein gutes, ein besseres Leben führen zu können. Er hat sie nicht, um den anderen zu beherrschen und auszubeuten.

Viele Menschen wollen Macht; andere genießen ihre Macht. Wieder andere leiden unter ihrer Ohnmacht. Menschen, die Macht ausüben, scheuen manchmal vor ihr zurück und empfinden sie als Last. Viele lassen sich korrumpieren und missbrauchen ihre Macht. Manche wollen gar nicht wahrhaben, dass sie Macht haben und sie auch ausüben. Einige verteufeln die Macht als Ausbund des Bösen; manche vergötzen sie geradezu. Durch Macht wird Leid zugefügt. Manchmal ist sie auch ein Segen. Sie ist eine zutiefst zweischneidige Angelegenheit.

 So sagte und verlangt Jesu von seinen Jüngern: Der Größte von euch soll euer Diener sein. Dieses Wort ist Jesus. Dieses scharfe Wort Jesu könnte als ein grundsätzliches Urteil über jede Herrschaft und alle Macht verstanden werden. Dieses Wort Jesu ist für uns auch anwendbar. So sollten wir mit unserer Herschafft vorsichtig umgehen.

PREDIGT 27.W.2011:

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Ich kenne eine Person, die jahrelang als Geschäftsführer tätig war. Er hatte
seine Verwandte, wie seine Diener im Geschäft beschäftigt. Sie haben mit und
für den Onkel, von Anfang an im Geschäft mitgearbeitet. Sie waren sehr treu
und haben ihre Arbeit stets mit Sorgfalt verrichtet . Aber der Onkel hat seinen
Neffen oft nicht recht getan z.B. hat er sie nicht gut bezahlt, obwohl sie gute
Arbeit leisteten. Wir wissen daß diese Mitarbeiter nicht Außenstehende, sondern
die Neffen,also seine Falmilie war. Für den Geschäftsmann drehte sich aber
alles nur ums Geld und seine Zukunft. Er hat fast nie an die Neffen gedacht.
Schließlich hat der Mann sein Geschäft verkauft, und er ließ seine Neffen ohne
jegliche Hilfe auf Kosten der Gesellschaft leben. Er wollte nicht mit seinen
Neffen sein Wirtschaftsgut teilen. Weil, so denke ich, er liebte das Geld mehr
als das Leben, die Freude und Freiheit, die Jesus uns schenkte.
Es ist zwar das Verhalten eines einzelnen Mannes. Wahrscheinlich gibt es noch
viel mehr solche Menschen auf der Welt. Aber gleichzeitig muß ich ja sagen,
daß es viele gute, rücksichtsvolle Menschen auf der Welt gibt. Alle Menschen
können nicht wie er sein. Gott sei Dank! Aber es gibt eben auch solche
Menschen! Das heutige Evangelium handelt von solchem Verhalten der
Menschen. Gott ist immer bereit, das was er hat mit den Menschen zu teilen-
nämlich seine Gaben und seine Güte. Das ist nicht alles, sondern er teilt jene
Personen, wie Propheten mit uns, denen er seine Botschaft offenbart hat. Vor
allem hat er uns seinen einzigen Sohn geschenkt. Darüber berichtet das
Johannesevangelium: „ Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seine einzigen
Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das
ewige Leben hat“. Gott teilt sein Leben mit uns.
Warum möchten die Menschen nicht mit den Anderen teilen? Ich glaube, weil
sie Gott nicht in ihrem Leben erkennen, obwohl er sich in der Schrift für die
Menschen offenbart hat. Weiter sagt Paulus, das sich Gott nicht nur in der
Schrift für uns offenbart hat, sondern auch durch die Schöpfung. Wenn man ihn
durch alles aus der Welt erkennt, dann werden auch wir Teilnehmer seines
Lebens sein. Dafür hat Gott uns auch seinen Sohn geschickt. Er sagte: “Ich bin
gekommen, damit sie das Leben haben.” Er hat uns Menschen dieses Leben
geschenkt, durch sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung. Die
Menschen wollten nicht sein Leben, deshalb wurde Jesus auf dem Kreuz
gekreuzigt. Trotzdem versprach er uns, durch seinen Geist in unserem Leben
weiterhin dazusein. Und er hat uns auch seine Engeln gegeben, damit wir von
allen Gefahren geschützt werden. Wir danken Gott für unsere Schutzengeln,
dessen Gedenktag heute ist. Er unterschützt jeden von uns. Gott versucht zu
schöpfen und schützen, aber die Menschen versuchen zu zerstören und zu töten.
Schade! Wohin soll unser Leben laufen? Wir sollten und folgende Frage
stellen: “Haben wir eine Kultur des Lebens oder des Sterben?


18 September 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Ich erinnere mich daran,wie ich mit den Kindern in Indien Schokoladen geteilt habe. Einige Kinder haben sich so beklagt, daß ich den jüngerenKindern mehr gegeben hab und den Größeren nicht. Darüber sagten sie: Ich war nicht gerecht. Sie haben meine Gerechtigkeit hinterfragt! Eine ähnliche Situation haben wir im heutigen Evangelium. Die Arbeiter beklagen ich darüber, was sie verdient haben. Der Gutbesitzer war nicht ungerecht. Denn er sagte: Ich werde euch geben, was recht ist.
Hier versucht Jesus uns die Gerechtigkeit Gottes zu vermitteln. Die Taten des Gutbesitzers machen uns klar,dass das Verständnis über die Rechts des Menschen und Gottes nicht gleich sind. Gottes Gerechtigkeit kann man leider nicht gut verstehen. Versteht man überhaupt diese Gerechtigkeit Gottes auf dieser Welt? Ich weiße nicht! Ich denke an die Wirklichkeit, an die Gerechtigkeit, die nur im Himmelreich komplett erfahren wird. Oder sonst, wo die Gegenwart Gottes sehr stark und tief erfahrbar geworden ist. Darum hat sich in der Zeit Jesus diese Erfahrung verwirklicht. Denn er möchte, das auch seine Jünger sich dieser Aufgabe weiter in ihrem Leben auf der Welt stellen, und sie in ihrem Leben die Frucht herausbringen.
Die Vision der Gerechtigkeit ist nur dort möglich, wo es die Liebe Gottes gibt. Seine Liebe ist eine selbstlos Liebe. Darum behandelt er alle Arbeiter gleich. Warum tut er das? Weil für Gott alle Menschen seine Kinder sind. Er liebt alle. Er wollte nicht, das seine Kinder leiden. Die Arbeitslosigkeit war auch damals für viele ein Problem, wie heute und Jesus wollte nicht das sie leiden. Wenn er ihnen Arbeit gibt, erfüllt er sein Versprechen: “Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.” Ist das nicht wahrscheinlich der Grund für den Gutbesitzer mit allen Arbeiter im Weingarten gleich zu teilen. 


In diesem Kontext fehlt die Soziale Gerechtigkeit.  Darum wirkt das Gleichnis sehr unrecht auf sie. Aber wir müssen einmal hinhören, und die Gesetzmäßigkeit Gottes, die im Himmel gelten, verstehen. Ist Gott nicht seinen Versprechungen treu geblieben. Darüber lesen wir Im Buch Deuteronomium: Daran sollst du erkennen: Jahwe, dein Gott, ist der Gott; er ist der treue Gott; noch nach tausend Generationen achtete auf den Bund und erweist denen seine Huld, die ihm lieben und auf seine Gebote achten. Er war nicht ungerecht mit den Arbeitern. Das Falsche Verständnis des Menschen ist hier ein Problem und deshalb murren sie. Ist es nicht eine Realität dass die Menschen mit ihrem Leben unzufrieden sind. Das ist das wesentliche Problem.


Nur Gott ist eine Lösung für dieses Problem. Er will, das alle genug haben. Aber der Kern der Unruhe ist, dass die Menschen immer wieder nach mehr Weltlichen und Komfort  der Welt suchen. Die Menschen wollen alles ergreifen. Daher verletzen sie die Anderen und im Gegenzug wird die Gerechtigkeit den anderen Menschen verweigert.
Geschieht das Murren in unsere Gemeinde, Familie, Gesellschaft und Kirche nicht oft?  Nun was unter den Menschen definitiv passiert ist, ist die Tatsache, das Macht vor dem Recht geht. Gott will, das alle seine Gnade und sein Reich geniesen. So sagt er dass die Letzen die Ersten werden. Wir müssen uns nun fragen, ob wir die Ersten oder die Letzten sein wollen?

Erntedankfest

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Liebe Schwestern und Brüder,

Wieder ist ein Erntejahr zu Ende. Wir feiern es in Dankbarkeit für den reichen
Ertrag, den unsere Gärten und Felder gebracht haben. Wir haben viele Äpfel
dieses Jahr gehabt, aber die meisten sind auf dem Boden gefallen und Haari
musste sie in den Mistkübel werfen. Dank ihm stinkt es Gott sei Dank nicht im
Garten! Für die reifen Früchte, die Blumen, das Brot und für alles andere stehen
wir heute in Dankbarkeit und Freude vor Gott.

Der Überfluss ermöglicht uns das Lagern unserer Ernte wie z.B. Marmelade,
Saft, Obst, etc. Es ist ganz hilfreich für das restliche Jahr. Wir tun es weil wir
unsere Ernte nicht verlieren möchten, sonst “leiden” wir später. Es ist nichts
falsches und schon gar nicht böse.

Es gibt Parallelen zwischen uns und einem Bauer im Evangelium. Er hat viel
geerntet und hebt sich alles für die Zukunft auf. Er dachte, daß er sich so seine
aussichtsvolle Zukunft sichere. Und er hat noch ein Ziel: Ruhe dich aus, esse
und trinke, und erfreu dich am Leben. Das ist schön für den Bauern. Aber wenn
das alles ist, was er will, dann hat er zu wenig über sein Leben nachgedacht
und verpasst ganz Entscheidendes. Jesus kommentiert sein Verhalten so: „Der
Sinn des Lebens besteht nicht darin, daß ein Mensch aufgrund seines großen
Vermögens im Überfluß lebt“. Damit vertritt Jesus kein freudloses Asketentum.

Wir dürfen unser Leben genießen. Wir sollen dankbar annehmen, was Gott
uns an Freuden schenkt. Auch Zeiten der Ruhe sind notwendig. Aber der Sinn
unseres Lebens besteht nicht nur im Essen, Trinken, ausruhen, aufpassen und
das Wachen über unser Vermögen. Der reiche Bauer schaut nur auf sich selbst
und auf seine Bedürfnisse. Diese Gedanken haben heute viele Menschen auf der
Welt. Es scheint manchmal viele Leben nur dafür. Deshalb nennt Gott diesen
Bauer und solche Menschen einen Narren. So sagte Markus 8: 36:“Was nutzt
es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben
einbüßt. Wir sollten uns fragen, wer sind wir und was ist unsere Meinung und
das Ziel des Lebens?

Noch etwas sollen wir tun. Gerade heute am Erntedankfest, bietet es sich an,
daß wir für alles Danke sagen. Die Pflanzen und auch die Tiere, die wie wir
selbst auch zur Schöpfung Gottes gehören. Sie geben uns, was wir zum Leben
brauchen und noch viel mehr. Die Erntegaben sprechen all unsere Sinne an mit
ihrem Geschmack und mit ihrer Schönheit. All das dürfen wir genießen und
dabei aber auch sie zu schätzen lernen.

24.Sonntag Jahr A. 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Liebe Schwestern und Brüder,

Während der Messe stelle ich an die Kinder immer Fragen. Die Kinder, die darauf antworten möchten, heben ihre Hände. Wenn ich ein bestimmtes Kind wähle, dann ist es selbstverständlich eine große Anerkennung für das Kind.

Wir alle suchen Anerkennung. Aber erkennen wir auch die Anderen? Es ist nicht nur, dass wir anerkannt werden wollen, sondern wir sollten auch die anderen erkennen. Aber zuerst sollen wir grundsätzlich erkennen: Es gibt einen Gott. Diese Anerkennung hilft uns zu verstehen daß sich dieser Gott uns durch seinen Weg offenbart. Heute hat er sich uns als der barmherzige Gott offenbart. Das wissen wir aus der Antwort Jesu an Petrus: Du mußt siebenmal siebzig den anderen vergeben.

Die Zahl Sieben hat die Symbolische Bedeutung von Gänze, Vollkommenheit, Ewigkeit, also “Immer”. Dieses “immer” ist sehr wichtig z.B. beim Vergeben können -denn das ist ein wichtiges Anforderungsprofil im Dienst des Menschen, im Dienst der Nachfolge Jesus, im Dienst der Kirche. Durch Dienst und Dienen zu Zeigen ist das Liebesgebot. So macht Jesus es klar, wenn er sagt, so ist es mit dem Himmelreich. Im Gottes Reichtum ist die Vergebung unlimitiert. Gott vergibt nicht nur einmal, sondern täglich und sogar jedes Mal, wenn wir ihn als unseren Herrn erkennen, und unsere Schuld. Wir sollen vor ihm niederfallen, wie der verlorene Sohn und sagen, vor dir habe ich gesündigt und wir sollen ihm um seine Vergebung bitten. Wahrscheinlich bitten wir um seine Vergebung während des Gebets Jesu. Vergib uns, wie auch wir vergeben unseren Schuldigen. Hier erwarten wir immer ganz selbstverständlich von Gott Barmherzigkeit, Vergebung und eine gewisse Anerkennung. Die Vergebung Gottes ist großartig. So sollen wir auch den Anderen vergeben wie Gott uns vergibt. Wenn wir einander vergeben, heißt das noch nicht, dass alle Verfehlungen vergessen sind. Vergeben heißt, nichts mehr dem nachzutragen, was vorgefallen ist. Es gibt Vorgesetzte, die Buch führen über Nachlässigkeiten, ein “Sündenregister” ihrer Mitarbeiter. Auch im Familienkreis kommt es gelegentlich vor, dass lange zurückliegende Konflikte immer wieder zum Gesprächsthema werden und von neuem erzürnen. Hier wäre manchmal Schweigen angebracht. Die Evangelien des letzten und auch dieses Sonntags machen klar, dass diese Welt voller Konflikte, Streitereien, Gewalt und Verfehlungen ist, dass es viel Schuld gibt und wir ständig der Vergebung, der Barmherzigkeit bedürfen. Vergebung ist gleichsam mit einer 'Wurzelbehandlung', um weiter bestehen zu können. Vergebung ist nicht nur an eine Person, die des Petrus allein gebunden, sie betrifft alle Jünger. Der Begriff des Apostels ist vom Begriff der Jünger kaum zu trennen. Jesus nimmt die Vergebung so wichtig, dass er uns im 'Vater unser' die Vergebungsbitte ans Herz legt. Die sonntäglichen Texte eröffnen uns eine wichtige Facette, einen neuen Zugang zu Gott, der uns zeigt, dass er der Barmherzige, der Liebende ist, dass er es ist, der die Initiative zur Vergebung setzt, auch wenn wir dabei versagen und uns damit auch anerkennt.

19.Sonntag Jahr A. 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Wir hören oft, wie sich die Menschen über die Ungeduld beklagen. Ungeduld ist heutzutage ein großes Problem. Aber sie war es auch schon zu Jesus' Zeiten!Denn auch die Jünger konnten nicht auf die Wahrheit der Auferstehung warten. Auch sie hatten keine Geduld! So gingen sie aus Jerusalem fort. Sie hatten auch Schwierigkeiten jene Frauen zu akzeptieren, die das Zeugnis der Auferstehung zu den Aposteln gebracht haben. Die Jünger fühlten sich als die Wissenden, obwohl sie eigentlich doch nix wußten! Waren sie eifersüchtig auf jene Frauen? Oder fühlten sie sich einfach überlegen? Jesus will uns Bewußt machen, das die Auferstehung weder etwas mit dem Wissen noch mit dem Geschlecht zutun hat- sondern mit dem Glauben! Die Auferstehung Jesu war für die Jünger eine große Erfahrung. Haben sie Jesus nicht wie Gott verstanden?  Das ist mit Sicherheit auch ein Grund dafür, das Jesus ihnen mehrmals erschienen ist.


Deswegen bewahrte Jesus seine Jünger vor den alleinigen Weg nach Emmaus. Jesus ging mit ihnen und konnte so während der Reise ihnen die Schrift erklären. Dafür hat er sich die Zeit genommen. Damit die Jünger in ihrem Glauben bestärkt werden! Dieser Informationsaustausch hat in der Herzen der Jünger etwas entbrannt- nämlich das Jesus in ihren Herzen ist! Jesus lebte in ihren Herzen in dem Herzen der Gläubigen! Was hat das für uns zu bedeuten? Wir müssen verstehen, das wir Gott nicht durch unser Wissen bewegen sondern mit unseren Herzen! Dafür braucht man ein unverzweifeltes Herz. Denn der Zweifel bringt keine Antworten auf unsere Fragen an Jesus und seinen Weg.
So spricht Isaiah 55:8 'Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege.So spricht der HERR! Er zeigt es durch seine Weggemeinschaft, seine Worte und das gemeinsame Mahl. Gott geht auch unseren Weg mit und er zeigt uns den neuen Weg. Aber das wichtigste ist: er läßt uns nicht alleine gehen! Er ermöglicht uns den Perspektivwechsel, mit dem wir hören und sehen können, was der Mainstream nicht sieht und weiß! Er nimmt den Schleier von den Augen, der uns nur uns sehen läßt und das, was uns in unserem Umfeld als das Allerwichtigste erscheint: Sorgen, Not, Leid und Tod. Gott zeigt uns den neuen Weg. Er schenkt uns dieses Brennen in unserem Herzen wie ein Licht, damit wir ihn suchen können. Und er schenkt uns am Ende des Weges den Blick für das Wesentliche. In dieser Zuversicht können wir uns auch heute auf ihn einlassen und mit ihm gehen, miteinander: als Weggefährten des Glaubens.

18.Sonntag Jahr A. 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission) 

Am achten Tag nach dem Osterabend kommt Thomas mit all seiner Enttäuschung und Verzweiflung im Herzen zu den anderen zurück. Er kann deren freudige Erregung einfach nicht verstehen. Noch ist er Jesus ja nicht selbst begegnet. „Bevor ich das Unfassbare annehme, muss ich ihn erst mit eigenen Augen gesehen haben!“

Jesus hat Thomas, den Zweifler, im Kreis der Jünger gesucht und gefunden. Er hat ihm zur tiefsten Glaubenserfahrung verholfen, er hat seine Augen und sein Herz geöffnet. Thomas glaubte, weil er sehen durfte. Der Zusatz: „Selig, die nicht sehen und doch glauben“ meint kein Verbot, sehen zu wollen oder gar den kritischen Menschenverstand einzuschalten. Jesus ließ Thomas sehen und zur Einsicht gelangen. Er preist darüber hinaus die selig, deren Glaube so stark ist, dass sie ihm treu sein können und nachfolgen, obgleich sie ihn selbst nicht mehr gesehen haben Was können wir von Thomas lernen? Wenn wir ehrlich sind, erfährt fast jeder von uns irgendwann eine Glaubenskrise. Gerade auch für Tiefgläubige kann auf einmal alles fraglich werden: Gibt es wirklich einen lebendigen Gott? Warum gibt es so viel Leid in der Welt, im eigenen Leben? Auf einmal verliert alles seinen Sinn. Thomas sonderte sich von der Gemeinschaft ab. Vielleicht meinte er, mit seiner tiefen Lebenskrise alleine fertig werden zu müssen. Doch der Mensch braucht Gemeinschaft. Als Thomas wieder bei den anderen Aposteln war und Jesus zu ihnen kam, hat er ihm nicht vorgeworfen: „Wo warst du die ganze Zeit?“ Auch nicht: „Warum hast du den anderen nicht geglaubt?“ Er nimmt Thomas mit seinen Fragen und Zweifeln, mit seiner Not ernst. Er gibt ihm die Chance: „Du kannst mich berühren und sehen: Ich bin es wirklich!“ Er zeigt ihm, dass es über die eigene Skepsis des „Ich glaube nur, was ich sehe!“ hinaus eine größere Wirklichkeit gibt. Jesus wollte Thomas unbedingt zum eigenen, lebendigen Glauben kommen lassen, aus erster Hand. Thomas heißt mit Beinamen Didymus, übersetzt „Zwilling“. Er trägt in sich zwei Seiten. Er ist Zweifler und Ungläubiger, zugleich aber ist er der Glaubende und Bekennende. Sind wir nicht immer beides? Der Partner unseres Glaubens ist immer der Zweifel. Aus dem Skeptiker und Zweifler Thomas wird nun der, der als erster bekennt und laut ausruft: „Mein Herr und mein Gott!“ Denn ihm ist Gottes Lebendigkeit leibhaft entgegengetreten. Thomas beginnt das Geheimnis der Auferstehung zu verstehen. Ausgerechnet der „Ungläubige“ spricht das erste und dichteste christliche Glaubensbekenntnis der gesamten Bibel: „Mein Herr und mein Gott!“ Das Evangelium zeigt, wie schwer es ist, dem Bannkreis des Todes zu entkommen. Trotz Jesu Auferstehung ist die Welt nicht auf einmal umgekrempelt, sind Leid und Tod weiterhin präsent und damit Ratlosigkeit, Zweifel und Verzweiflung. Es ist immer noch dunkel in der Welt. Jedoch nicht nur! Jesus fordert Thomas und jeden von uns auf: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Trau den Möglichkeiten Gottes etwas zu. Dieser Gott ist einer, der Dunkel und Tod überwindet, nicht nur damals!“

Froehe Ostern 

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Papst Benedikt XVI. hat in seinem neuesten Jesusbuch auch Bezug zum Glauben an Ostern
genommen, dem Glauben an die Auferstehung von Jesus von Nazareth. Er stellt dabei
einmal mehr fest: 'Der christliche Glaube steht und fällt mit der Wahrheit des Zeugnisses,
dass Christus von den Toten auferstanden ist. Was gibt uns eigentlich Zeugnis für die
Auferstehung Jesu? Ist es das leere Grab? Ich glaube das kann nicht allein ein Grundzeugnis
sein. Was denn? Es ist das Zeugnis der Jünger. Warum? Sie bezeugten, dass Jesus gelitten hat.
Er war Tot. Er ist begraben worden. Diese Ereignisse führten dazu ihre Hoffnung auf Jesus
zu verlieren. Darum sind die Jünger fast aus Jerusalem fortgegangen. Und sie konnten die
Auferstehung Jesu nicht erwarten, obwohl sie gesehen haben, wie Lazarus auferweckt worden
ist. Auf jeden Fall war dieses Ereignis nicht genug für die Jünger an die Auferstehung zu
glauben. Aber dann tritt Jesus vor ihnen auf, um sie wieder zu versammeln und zum Glauben
zu ermutigen, dass er es wirklich ist.

In diesem Fall, wenn die Jünger die Auferstehung Jesu bezeugen und verkündigen, dann
müssen wir ihnen glauben, dass Jesus wirklich auferstanden ist. So spricht Paulus im 1.
Korintherbrief: Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung
leer und euer Glaube sinnlos. Diese Botschaft erinnert uns daran: Unser Gott ist ein Gott des
Lebens. Wenn man daran glaubt, hat man Hoffnung und Freude in seinem Leben. Sonst leben
wir, als wären wir tot. So bringt die Auferstehung wirklich eine frohe Botschaft des Lebens
für mich und für die alle, die an ihn glauben. Ostern ist ein Fest der Hoffnung und Zuversicht
im Leben. Es schenkt Freude und macht Mut. Es gibt Zukunft für alle Menschen, es gibt
auch neues Leben. Es bringt eine Änderung ins Leben. Der Papst sagt: 'Nur wenn Jesus
auferstanden ist, ist wirklich Neues geschehen, das die Welt und die Situation des Menschen
verändert.'

Maria am Grab erlebte diese Änderung in ihrem Leben. Dort am Grab weinte Sie, weil sie den
Sinn ihres Lebens, Jesus, verloren hatte. Sie weinte, weil es noch dunkel war, auch in ihrem
herzen, sie weinte, wie auch heute- stille und leise- Menschen weinen, weil sie sich nach dem
Leben in Fülle, nach der Nähe Gottes, sehnen, und doch nichts finden können. Dieses Suchen
findet eine Antwort auf den großen Hunger nach Sinn, nach Glück, nach Erfüllung. Maria
findet Jesus, der ihren Hunger stillt. Es sind nicht die äußeren Zeichen oder Informationen, die
ihr geholfen haben, sondern der Auferstandene hat zu ihr gesprochen. Wir diskutieren, reden
über Gott, über Jesus, sicher wichtige Dinge. Aber alles kommt doch darauf an, sein „Du“ zu
hören und dann zu ihm „du“ sagen zu können. Da geht es nicht mehr um Informationen, um
Zeichen, um sich –Umsehen, da geht es nur noch ums Dasein miteinander. Dann hört jeder
von uns die Stimme Gottes: Du, für dich bin ich gestorben, Du, für dich bin ich auferstanden,
Du, immer bin ich an deiner Seite.

Ostern Jahr A. 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Ostern – Fest der Auferstehung, Höhepunkt des Kirchenjahres, Fundament
unseres Glaubens. Dabei wird nirgends in der Bibel die Auferstehung Jesu
beschrieben. Niemand war dabei. Wir haben nur das Zeugnis derer, die das Grab
leer gesehen haben, und jener, die in besonderer Weise die Gegenwart Jesu
nach seinem Kreuzestod erfahren haben. Die Auferstehung Jesu ist letztlich nur
durch den Glauben erfassbar; wissenschaftlich beweisen lässt sie sich nicht.
Das heutige Evangelium liefert uns jedoch Hinweise, wie wir dieses Mysterium
verstehen können:

Da ist zunächst das Bild des aufgebrochenen Grabes, als Zeichen dafür, dass
der Tod nicht das endgültige Ende ist. Der Stachel der Endgültigkeit und
Sinnlosigkeit ist gezogen. Gott hat aus Liebe zu uns Menschen den Tod seines
Sohnes in Kauf genommen. Er selbst hat ihn von den Toten auferweckt. Daher
heißt es zu Recht: Die Liebe ist stärker als der Tod! Die Liebe Gottes war es, die
das Grab geöffnet hat. So offenbart sich uns Ostern als ein Fest des Aufbruches:
Der Stein ist weg, das Grab leer – das Leben wurde befreit.

Die zweite bildhafte Aussage des Osterevangeliums ist der „Wettlauf“ zum
Grab. Da kommt Maria Magdalena mit der Botschaft, dass das Grab leer
ist. Petrus und Johannes laufen hin, um sich davon zu überzeugen. Was sie
sehen, verändert sie radikal. Von nun an stellen sie ihr Leben in den Dienst der
Verkündigung des Auferstandenen. Sie werden schließlich so weit gehen, dass
sie ihr Leben als Märtyrer für Jesus hingeben. Auch hier findet ein Aufbruch
statt: Der Aufbruch in den Glauben. Jener, der tot war, lebt!

Ganz besonders berührend ist die Begegnung zwischen dem auferstandenen
Christus und Maria Magdalena. Er spricht sie so zärtlich an! Doch er sagt
auch: Halte mich nicht fest! Es ist für uns Menschen eine stete Versuchung,
die intensivsten Momente unseres Lebens festhalten zu wollen – sowohl die
freudigen als auch die traurigen. Es ist ebenso schwer, aus tiefer Trauer, etwa
nach dem Tod eines nahen Angehörigen, wieder den Weg zurück in den Alltag
zu finden, wie es Kraft kostet, sich von liebgewonnenen Phasen des Lebens,
etwa von der Zeit, wo die Kinder noch klein sind, zu verabschieden. Die Gefahr
ist groß, in der Vergangenheit zu verharren und darüber das gegenwärtige Leben
zu vergessen! Auch hier mahnt der Ostersonntag zum Aufbruch. Halte mich
nicht fest!

Das Fest der Auferstehung macht uns den Aufbruch leichter. Wir wissen:
Auch die Gräber unserer Lieben sind nicht auf immer verschlossen, ihr Tod ist
genauso wenig das Ende wie unser eigener. Es gibt ein Wiedersehen – nicht hier
in diesem Leben, aber durch den Tod hindurch.

Kein Stein bleibt auf dem anderen! Aber es ist mit der Auferstehung nicht
wie mit dem Krieg, wo Zerstörung und Leid angerichtet wird. Nein, der
Auferstandene ist einer, der auch seine andere Wange hingehalten hat. Einer, der
den Rücken gebeugt und alles Unrecht der Welt auf sich genommen hat. Einer,
der nicht auf die Unterdrückten auch noch eingeschlagen hat, sondern für sie in

die Bresche gesprungen ist.

Diese Verstehenshilfen bietet uns das Evangelium an, um uns dem Unfassbaren
zu nähern: Das aufgebrochene Grab als Zeichen für den Sieg von Leben und
Liebe; der Aufbruch zum offenen Grab als Zeichen für das Glaubenwollen; und
der Aufbruch in die Welt und in die Überzeugung: Auferstehung beginnt hier
und jetzt.

Karfreitag Jahr A. 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Es ist still geworden. Jesus hat seinen Weg vollendet. Wir stehen heute unter dem Kreuz und an seinem Grab. Das ist eine radikale Anfrage an uns Christen: Was machen wir mit dieser Botschaft vom Leiden und Sterben Jesu? Er zeigt uns, dass der Weg zum Vater über das Kreuz führt. Er zeigt uns, dass Gott sich in allem finden lässt. Er ruft uns auf, in den schwersten Stunden Gott unser Leid entgegen zu schreien. Er ruft uns auf, im Leiden Gehorsam zu lernen. Keinen blinden Gehorsam! Nein, vielmehr das feste Vertrauen, dass Gott alle Wege mitgeht! Im Leiden können wir das Wichtigste lernen: Wer loslässt, wird gehalten; wer verzeiht, dem wird verziehen; wer auf Gewalt verzichtet, erfährt Barmherzigkeit; wer sein Leben hingibt, der gewinnt es. Diese Dynamik Gottes widerspricht dem Denken des Menschen. Dazu ist diese radikale Umkehr nötig, zu der Jesus schon am Beginn seines Wirkens aufruft. Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach (Luk 9:23).

Dennoch können Leid und Tod bis ins Innerste erschüttern. Besonders dann, wenn sie unserer engsten Umgebung passieren. Das Leben kann grausam sein! Wir sind von unserem Wesen her so: Wir wollen etwas tun, wir wollen handeln. Durch Schaffen und Kreativität unser Leben und unsere Umgebung gestalten. Solange wir noch etwas bewegen können, ist das gut. Aber was, wenn es zu spät ist? Wenn uns alle Handlungsmöglichkeiten genommen sind? Wenn wirklich „nichts mehr geht“, und nur noch eines todsicher ist – nämlich das Ende? Wie können wir damit zurecht kommen? Wir, die wir doch gewohnt sind, uns mit Erfolg zu bemühen – wenn keine Mühe mehr fruchtet und kein Erfolg mehr in Aussicht ist?

Solche verzweifelte Situationen können wir bewältigen im Glauben an den lebendigen Gott, der nicht nur für uns leidet und stirbt, sondern auch auferstehen wird. In diesem Glauben erfahren wir Versöhnung und göttliche Liebe. Aus diesem Glauben schöpfen wir Hoffnung, die uns und die Welt heilen kann. Mit besonders eindringlichen Worten verheißt uns dies der erste Petrusbrief (1Pet 2: 21-25): Wenn wir Christus nachfolgen, finden wir Frieden – Frieden in aller Feindschaft und Verfolgung. Wenn wir treu sind im Dienst an der Gerechtigkeit, schaffen wir auch Frieden für die Welt und tragen bei zum Heil aller Menschen.

Gründonnerstag Jahr A. 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)


 Die Kirche denkt heute in der heiligen Messe in besonderer Weise an das „Letzte Abendmahl“, das der Herr vor seinem Leiden und Sterben mit seinen Jüngern gefeiert hat. Das Abendmahl war ein kostbares Geschenk vom Jesus an uns- die unblutige Feier seines Todes und seiner Auferstehung. Es ist eine Erinnerung an dem Auftrag Jesu an seine Jünger:  „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Dieser Auftrag hat seine Wirkung, nicht nur damals, sondern auch heute und für immer. In jeder Meßfeier tut die Kirche das, was Jesus ihr aufgetragen hat. Darum ist es nur folgerichtig, an der heiligen Messe an allen Sonntagen und kirchlich gebotenen Feiertagen teilzunehmen.
Jede heilige Messe ist eine Erfüllung des Kreuzesopfers Christi. Denn bei Gott bedeuten Raum und Zeit keine Grenzen für seine Gegenwart und sein Wirken. Vielleicht hilft uns der Gedanke, wenn wir zur Messe gehen: Wir wollen teilnehmen an Jesu Kreuzesopfer, an seinem Tod und seiner Auferstehung. Jene Liebe, die uns der Sohn Gottes erwiesen hat durch sein Leiden und Sterben, wollen wir nicht unbeantwortet lassen! So ist die Messe etwas Großes, denn Jesus ist selber es ja, der durch den Priester in unser aller Namen dem himmlischen Vater Lob und Dank, Anbetung, Bitte und Sühne entgegenbringt. Dadurch vereinen sich die Menschen in der Opfergesinnung Christi. Deshalb sagt Johannes Paulus II: Es gibt nicht mehr Freude, als wenn ich täglich Messe feiere und den Menschen Gottes in der Kirche diene.
Durch den Dienst werden im heutigen Meßopfer zwei Handlungen Jesu vor dem Tod in Gedächtnis gerufen. Seine Hingabe in den Gaben von Brot und Wein und der Sklavendienst Jesu bei der Fußwaschung. In beiden Taten deutet Jesus sein ganzes Leben. Es ist ein Leben für die Seinen- ein Leben für das Leben der Welt- ein leben für uns. Das „für uns“ bedeutet Gott mit uns. Indem Jesus ganz für uns da ist, zeigt er uns, wie sehr Gott daran liegt, dass wir durch ihn zum Leben kommen. Jesus ist von Anfang an bis zum Schluß Dienst an us. Dienst daran, dass wir durch ihn Kinder Gottes werden. Jesus ist von Anfang an Gabe an uns. Gabe, damit wir in ihm das Leben haben. Das Leben, über das der Tod keine Macht mehr hat.
So sind die zwei Handlungen seines Abschieds- in Brot und Wein und in der Fußwaschung- zwei Testamente Jesu. Sie sind sein Erbe das er für alle Zeiten den Seinen schenkt. Dieses Geschenk gibt er uns in einer Welt, in der wir es schwer haben. Denn Menschen wollen nicht einander dienen, sondern sie wollen herrschen. So wollte Jesus alle Menschen von der vergiftenden Sünde befreien. Dafür hat er sich erniedrigt und er tat selbst den Dienst an den Seinen, damit sie nicht für die Macht Leben, sondern für das dienen. So sagt er: Ihr wißt , dass die , die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen mißbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sonder um zu dienen und sein Leben hin zugeben als Lösegeld für viele (Markus 10:42-45).

Palm Sonntag Jahr A. 2011

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Wir erinnern uns heute an die Prozession Jesu in die Stadt Jerusalem. Er zieht wie ein
König in die Stadt ein. Aber Jesus hatte keine Ausstattung als König, denn er war nicht ein
König dieser Welt, sondern im Reich Gottes. Die Augen des Glaubens bringen uns heute
das Erlebnis frisch und lebendig. Was macht es lebendig? Jesus als Messias, als Gottes
Wort, als Gottes Hand und als Gottes Sohn. Das verkünden wir öffentlich bei der Prozession
mit den Palmzweigen und zwar ein längeres Stück außerhalb der Kirchenmauern. Es gibt
außerdem eine Soziale, eine politische Dimension des Jesus- Wirkens indem wir unseren
Christusglauben vor uns selbst und vor anderen zeigen.

Der Eintritt Jesu in Jerusalem spricht etwas über die Sicht Jesu aus- Eine Sicht von Gott und
Welt, von Gott in der Welt in Niedrigkeit. Darüber lesen wir im Philipperbrief 2: 6f „ Er
war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und
wurde wie ein Sklave und einem Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen. Er
erniedrigte sich und war gehorsam bis zu Tod, bis zum Tod am Kreuz.“ Jesus reistend auf
dem Esel war eine Geste der Erniedrigung. Sie war ein Zeichen zum Beginndes Leidens Jesu.
Sie war auch eine prophetische Zeichenhandlung. Wenn wir in die Kirche mit den Palmen
hinein gehen, dann ist es ein Symbol der Demut Jesu. Denn die Kirche steht für die Stadt und
unser Innenleben. Durch seinen Eintritt hat Jesus nicht den Thron Davids bestiegen, sondern
er hat den Thron des Kreuzes bestiegen. So hat er durch sein Erniedrigung und sein Leiden
ein Leben im Himmel für uns gewonnen. So sagt Paulus: „ Darum hat ihn Gott über alle
erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.“ Das ist der Moment der
Erhöhung Jesu Christi. Er ist dadurch der Retter und Messias der Welt geworden.

Der Einzug der Palmprozession in die Kirche ist der neue Advent des Messias. Denn
Jesus kommt als Gottes Sohn in Menschengestalt und als Davidssohn in seine Königsstadt
Jerusalem. Diese Dimensionen erinnern uns an das Messiaswirken Jesu in unserer Gegenwart
und an die Messianische Zukunft unserer Menschengeschichte. Es ist auch der neue Exodus
in das Land der Verheißung. Er beginnt heute neu- mit uns. Jesus ist nicht ein König der Welt.
Er ist ein König, der gewaltlos, machtlos, friedlich und menschenfreundlich herrscht. Seine
Herrschaft sucht das Heil aller Menschen. Das Kennzeichen dieses Königs ist nicht Macht
sondern Liebe. Nur sie hilft uns Menschen weiter- und nichts anderes. Liebe allein kann
unsere Welt zu einer Welt des Friedens, der Freiheit und der Gerechtigkeit werden lassen.
Hier sind die Menschen einfach angenommen und können sich geborgen fühlen. Aber die
Welt versteht einen solchen König nicht, denn sie kennt nur den König, der mit Macht seine
Herrschaft begründete, Aber die Menschen brauchen einen solchen König jetzt nicht. Die
Liebe scheitert scheinbar mit Jesus am Kreuz. Trotzdem werden wir unsere Hoffnung feiern,
dass Gewalt und Tod am Ende doch nicht den Sieg davontragen. Denn: Wahrhaftig, das war
Gottes Sohn (Mt 27, 54). Wenn wir das in der Karwoche bewußt feiern, können wir zu Ostern
den Auferstandenen wieder mit lebendigen Glauben erwarten.

5. Fastensonntag Jahr A. 2011  

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Liebe Schwestern und Brüder!
Machtvolle Wunder hat Jesus Christus gewirkt, als er auf der Welt lebte, so verkündete es uns das Evangelium. Durch die Taten Jesu hat Gott gezeigt, daß Jesus wirklich der Messias und der Sohn Gottes ist, an den die Menschen glauben sollen, so dass alle das Heil erlangen können, wenn sie darum bitten.
Eines der Wunder war die Auferweckung des Lazarus. Natürlich klingt es unglaublich. Aber daran erinnert uns das Lukas Evangelium: Für Gott ist nichts unmöglich (Lk 1: 37). Durch die Auferweckung eines Menschen vom Tod ist das Unmögliche möglich geworden. Jetzt kommt die Frage: Warum wirkt Jesus dieses Wunder? Es kann sein, weil er mit den Schwestern des Lazarus – mit Maria und Martha befreundet war. Auf diese Weise zeigte er ihnen seine Liebe, indem er ihnen kraft göttlicher Macht den Bruder wieder ins Leben zurückgab. Aber dahinter steckt noch mehr: Jesu. Er, der Erlöser der Welt, wollte den Menschen ein Zeichen geben, dass er wirklich die Macht über den Tod hat. Die Auferweckung des Lazarus sollte auch ein Vorausbild für seine eigene Auferstehung von den Toten sein.
Vor der Auferstehung und der Auferweckung steht das Leiden. Lazarus war krank vor seinem Tod. Jesus hatte auch große Leiden vor seiner Auferstehung. Alle, die leiden, hoffen auf einen dritten Tag, an dem man wieder zum Leben zurückkehrt. Das ist der Tag der Auferstehung zum Leben. Durch dieses Leben schenkt Jesus wieder allen die Freude zurück, die in seine Nähe kommen. Deshalb sagte Jesus: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Lazarus hat ein erfülltes Leben durch seine Auferweckung. Dadurch wird der Vater im Himmel verherrlicht.
Hat die Erzählung der Auferweckung für uns eine Bedeutung? Selbstverständlich! Sie verlangt von uns einen Glauben, der sehr wertvoll  und stark ist, damit wir auf das Wort Gottes vertrauen und daran festhalten. Wir vertrauen auf das Wort Jesu: Ich bin das Leben. Wir glauben an sein Wort, wenn er sagt: Amen, das sage ich euch: wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Heb dich empor, und stürz dich ins Meer, so wird es geschehen. Und er sagt weiter: alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt (Matt 21: 21-22). Das ist es was hier mit Lazarus passiert. Jesus vertraut auf seinem Vater und betet.  Dann macht er den Toten wieder lebendig. Wer glaubt, daß Jesus der Sohn Gottes ist, der aus dem Tod der Seele zum Leben mit Gott hinübergegangen ist. Er ist geistlich „auferstanden“. Wir tragen dieses ewige Leben Gottes in uns, wenn wir in der Freundschaft Gottes leben und uns bemühen, die Gebote Gottes zu halten und die Liebe zu üben.
Die Auferweckung des Lazarus ist schließlich nicht nur Vorbild der Auferstehung Jesu, sondern auch unserer eigenen Auferstehung, die wir am Ende der Welt erwarten dürfen. Dann wird Gott uns mit großer Macht verherrlichen, für das Gute das wir getan haben. So hoffen wir Anteil zu erhalten an der Seligkeit Gottes, die den ganzen Menschen erfüllen wird. Dann kennt unser verklärter Leib keinen Tod mehr. Und wir dürfen mit Christus und allen Heiligen ewig leben zum Lob der Herrlichkeit Gottes.
Die Botschaft des Herrn möchte uns ja vermitteln, dass der Weg zur Auferstehung uns durch Kreuz und Leiden führt. Das ist eine Zeit der Prüfung und der Not. Deswegen sagte Paulus im Römer Brief: Ich bin überzeugt, daß die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. So trägt uns das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint. So sagt Paulus: Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind.

4. Fastensonntag Jahr A. 2011  

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Im heutigen Evangelium wird berichtet dass ein Blindgeborener von
Jesus geheilt wird. Diese körperliche Heilung erfüllt das Wort Jesu: Ich
bin das Licht der Welt. Licht kam in die Welt, als das Wort Gottes Fleisch
geworden ist. Die Heilung hat nicht nur eine äußerliche Auswirkung,
sondern auch eine innerliche. So kann man sagen dass Jesus nicht nur
das körperliche Auge heilt und ihm die Sehkraft schenkt, sondern auch
vor allem das Herz heilt. Er ist ja gekommen, um die 'Augen unseres
Herzens' mit seinem Licht zu erleuchten. So berichtet Jesaja: um allen
zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes und
unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens (Jes 9:1).

Der Blinde erfährt die Heilung und damit den Frieden, weil er an Jesus
glaubt. Das Glauben an Jesus beseitigt das Hindernis im Menschen.
Seine Blindheit steht auch für alle Menschen, die nicht an Jesus glauben
und die Herrlichkeit Christi nicht erfahren. Weder er, noch seine Eltern
haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar
werden. Das Wirken Gottes erleuchten die anderen. So sagt Jesus: So
soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke
sehen und euren Vater im Himmel preisen (Mt 5: 16).

Durch diese Taten bestätigt Jesus, dass er das Licht der Welt ist, dass er
die Menschen aus der Dunkelheit erlöst. Die Dunkelheit der Menschen
steht für Abwesenheit des Glaubens und den Zustand der Sünde. Durch
sein Tod und seine Auferstehung heilt Jesus die geistliche Blindheit der
Menschen. Das erlebt man durch den Glauben an Jesus und dieser
Glauben bringt Gerechtigkeit im Leben der Menschen hervor. So sagt
Paulus: Die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus,
offenbart für alle, die glauben (Röm 3: 22). Man muss durch den
Glauben befreit werden, damit den Werken Gottes Ehre zuteil wird.

Die Tat Jesu führte den Blindgeborenen dazu, ein Zeugnis für Jesus zu
sein, wie Johannes der Täufer für Jesus oder die Jünger für Jesus. Er
wurde ein Zeugnis für das Wort: Das wahre Licht, das jeden Menschen
erleuchtet, kam in die Welt. Das Licht führt die Menschen endlich zum
Frieden und zur Wahrheit- die Jesus selber ist. Jesus sagt im Johannes
Evangelium: Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit
wird euch befreien (Joh 8: 32). Mahatma Gandhi sagte: Es gibt kein
Gott großer als die Wahrheit. Diese Freiheit hat den Blinden zum
Zeugen gemacht. Deswegen ist der Blinde nach der Heilung zugleich ein
Zeichen geworden, als in seinem Herzen das wahre Licht aus der Höhe

aufgestrahlt ist (Lk 1, 78).

Es ist schade, dass die Menschen, die zwar körperlich sehen, die
Zeichen des Wirkens Gottes oft oder fast nie wahrzunehmen vermögen.
Von ihnen sagt Jesus, daß sie 'blind' sind. Ihre Blindheit liegt in der
Verstockung des Herzens gegenüber dem Anruf der Liebe Gottes.
Diese Blindheit des Herzens ist schwerer zu heilen als ein körperliches
Gebrechen. Nur die siegreiche Gnade Gottes kann die Verstrickung in
Stolz, Egoismus und Haß aufbrechen. Die Gnade Gottes führt durch den
Glauben zur Bekehrung. So sagt Paulus im Epheserbrief: 'Wach auf, du
Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein'
(Eph 5,14).

Auch wir sind von Jesus eingeladen, Licht zu sein- d.h. seine Wahrheit
und sein göttliches Leben - anzunehmen. Das Licht des Glaubens
haben wir in der Taufe empfangen. Er fragt uns nun ob wir an den
Menschensohn glauben? Haben wir den Glauben nach der Taufe
vielleicht verloren? Lassen wir das Licht wieder erstrahlen und gehen
wir dem Osterfest mit einem für Gottes Liebe bereiten Herzen entgegen.
Nicht wir können dieses Licht entzünden und am Leuchten erhalten,
sondern Gott selber wirkt diese Gnade durch seinen Heiligen Geist.

3. Fastensonntag Jahr A. 2011  

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission)

Wir wissen vom alltäglichen Leben, dass Wasser für uns sehr kostbar ist. Stellen wir uns
die Erde ohne Wasser vor! Kein Leben irgendwelcher Art könnte sich hier halten und
entwickeln. Das Wasser ist etwas Elementares in unserem Leben. Darüber berichtet Johannes
heute am 3. Fastensonntag ein eindrucksvolles Evangelium, wo ein Gespräch zwischen
der Frau beim Brunnen und Jesus das Thema, über das lebendige Wasser entfaltet. Als die
Samaritanische Frau Wasser schöpfen will, wird sie – wie ungewohnt! – von Jesus, einem
Juden, angesprochen. Zuerst bittet er sie um Wasser. Dann aber erzählt er ihr vom lebendigen
Wasser, das er geben will. Das natürliche Element des Wassers wird zum Zeichen und
Sinnbild für das übernatürliche Heil, das Gott der Frau und uns schenkt. Dadurch könnte sie
die innere Heilung erleben, weil die Sehnsucht nach Gott in ihr sehr lebendig geblieben ist,
oder besser gesagt: sie war durch die Sünde verschüttet, und Jesus hat sie durch sein Wort
wieder neu erweckt.

Welches Wasser aber ist es, das Jesus geben kann? Er beschreibt es folgendermaßen:
Wer davon trinkt, wird nie mehr durstig werden. Es ist eine Quelle, die im Inneren jenes
Menschen, der davon trinkt, fortströmt ins ewige Leben. So ist es nicht verwunderlich, daß
die Frau Jesus bittet: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe!“ Das
Wasser ist sein Wort und sein Geist, den Jesus in seiner Abwesenheit sendet. Das Wort hat
die Macht, dass es Fleisch geworden ist und es hat auch am Anfang alles erschaffen. Das
Wort Jesu und sein Geist sind also das lebendige Wasser. Alle Sehnsucht des Herzens nach
Liebe und Glück wird dieses Wasser stillen. Wer würde nicht gerne davon trinken? Das hat
die Frau in dem Gespräch Jesu erkannt, als er redete. Sie glaubt daran, dass Jesus ein Prophet
ist und er ihr das lebendige Wasser geben kann. Denn sein Wort hat die Kraft, und es hat
die Frau geheilt, als er das Leben der Frau offenbart hat. Der Hebräerbrief berichtet: „Denn
lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es
dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die
Regungen und Gedanken des Herzens(4:12)“.

In Beantwortung von der Frage der Frau führt Jesus weiter zur einen Erklärung der Zeit wenn
sie mit dem lebendigen Wasser erfrischt wird. Die Zeit der messianischen Zukunft, die mit
Jesus angefangen hat, wird in seiner Herrlichkeit vollkommen. Das geschieht, wenn Gott im
Geist und in der Wahrheit angebetet wird. Wer ist Geist und Wahrheit? Jesus sagt: Gott ist
Geist und Wahrheit und er erklärt der Frau, dass er Selber Gott und Wahrheit ist. Er macht
es klar in seiner Antwort: Ich bin es, ich, der mit dir spricht. Jesus hat es auch ein anders Mal
gesagt: Ich bin die Wahrheit. Wenn er gesagt hat: Ich bin es, dann hat die Frau Jesus als den
Durstlöscher der Menschen gefunden. Nun hat die samaritanische Frau den Retter der Welt
und auch ihren Erlöser gefunden. Sie hat nun nur noch den Wunsch, auch ihre Mitmenschen
mit Jesus bekannt zu machen und zu ihm zu führen. Durch sie werden alle Menschen vom
Dorf zu Jesus kommen und anbeten. Das ist die Zeit der Heilung und die Zeit des Messias. Sie
strömt in uns und treibt uns an, Gott über alles und die Mitmenschen von Herzen zu lieben.
Gottes Liebe ist eingegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns seine Früchte
schenkt: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, und Treue, den Heiligen
Geist haben wir in Taufe und Firmung empfangen. Das lebendige Wasser, das in uns strömt,
ist Gottes Liebe und Gegenwart. Es ist sein göttliches Leben, das uns bleibt. Und wir sollten
die Anschauung Gottes in der Herrlichkeit des Himmels nicht verlieren.

Die samaritanische Frau vertraut auf Jesus und sie kommt zur Umkehr. Obwohl sie eine
Sünderin ist, hat er ihr vergeben und einen Neuanfang eröffnet! Wir sollen mit kindlicher
Liebe und grenzenlosem Vertrauen zu Jesus kommen, besonders zur Messe, damit wir das
Leben haben und es in Fülle haben. Denn Jesus wird auf dem Altar des Kreuzes geopfert ja
wie ein Lamm geschlachtet. Wir lassen uns zum Altar hinführen und dort für das Heil der
Welt – für uns alle! – sein Leben hingeben und sein Blut vergießen. Das ist das einzige Opfer

des Neuen Bundes, welches Heilswirksamkeit besitzt bis zum Ende der Welt und das Opfer
wird im Geist und in der Wahrheit vollzogen. Es wird gegenwärtig gesetzt immer dann, wenn
die Kirche sich versammelt, um Eucharistie zu feiern.

2. Fastensonntag Jahr A. 2011   

Gen 12,1-4a; 2 Tim 1,8b-10; Mt 17,1-9

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission) 

Einleitung:

Die Lesungen der Fastenzeit wollen uns auf das Geheimnis des Osterfestes vorbereiten. Mit Jesus machen wir uns auf den Weg nach Jerusalem, wo sich seine Sendung erfüllen wird: Wenn der Menschensohn von der Erde erhöht ist, heißt es bei Johannes, wird er alle an sich ziehen. – Diese Erhöhung wird im heutigen Evangelium von der Verklärung vorweggenommen. Wie die Jünger wissen wir oft nicht recht, wie wir angesichts der unfassbaren Nähe Gottes reagieren sollen. Wie Petrus versuchen wir ihn manchmal festzuhalten und müssen dann feststellen, dass dies nicht funktioniert. Nur wenn wir lernen loszulassen, werden wir die Erfahrung machen, beschenkt zu werden. Öffnen wir uns für Gott und seinen Anspruch an uns – dann werden wir am Ende dieser vierzigtägigen Bußzeit mit frohem und dankbarem Herzen Ostern feiern können. Bitten wir Gott um sein Erbarmen.

Homilie:

Eines der stärksten Symbole für unser Leben ist der Weg. Leben bedeutet Unterwegssein. Für die Zeit des öffentlichen Wirkens Jesu, von der die Evangelien erzählen, galt das in besonderer Weise: Jesus zieht mit seinen Jüngerinnen und Jüngern durch Galiläa und in die Gegend des Sees Gennesaret; er verkündet das Reich Gottes und er heilt die Kranken. Dann begibt sich Jesus auf „den Weg hinauf nach Jerusalem“, in die Stadt seines Leidens, seines gewaltsamen Todes und seiner Auferstehung.
Ziemlich am Anfang dieser Weggeschichte nach Jerusalem findet sich die Erzählung von der Verklärung Jesu. Es ist eine Unterbrechung im Unterwegssein, eine Rast während einer Wanderung. Die Fastenzeit, die österliche Bußzeit, will zu einer derartigen Rast auf dem Lebensweg, zu einer Unterbrechung im Unterwegssein unseres Lebens einladen. Das heutige Evangelium will uns Christen hinein nehmen in die Unterbrechung des Weges Jesu mit seinen Jüngerinnen und Jüngern hinauf nach Jerusalem im Erleben der Verklärung Jesu.
Gerade ein Berg-Erlebnis eignet sich gut als Bild für eine solche Unterbrechung, als Rückblick, als Standortbestimmung, als Frage nach dem Ziel und dem Sinn des Lebens. Für den gläubigen Juden war zudem mit dem Berg untrennbar die Offenbarung Gottes an Mose sowie das Geschenk der Tora, des Lebensgesetzes Gottes für sein Volk auf dem Berg Sinai verbunden. Und für den gläubigen Christen ist der Berg zusätzlich verbunden mit der Bergpredigt Jesu, mit der endgültigen Deutung des Lebensgesetzes Gottes für die Menschen. Wenn Jesus die drei Jünger auf einen Berg mitnimmt, so will er damit zuerst auf Gott hinweisen, auf den Glauben an Gott. Dass ein Blick auf das eigene Leben untrennbar mit dem Glauben an Gott zu tun hat, war für die Menschen der damaligen Zeit selbstverständlich. Für unsere Zeit gilt das aber keineswegs. Auch die meisten Christen können heute nicht mehr so selbstverständlich von Gott sprechen wie die Christen früherer Generationen. Für uns Christen in unserer Zeit stellt sich mit neuer Dringlichkeit die Frage nach Gott.
Gott, von dem Jesus durchdrungen ist, scheint auf in der Gestalt Jesu. Die, menschlich gesprochen, größtmögliche Nähe Gottes zum Menschen, eben in Jesus, wird hier sichtbar, wird erfahren in der Verwandlung, als Sonne, als unerträgliche Fülle des Lichts. Und noch ein anderes Sinnbild für Gott erscheint, die Wolke, die einen Schatten wirft, in den die Jünger hinein genommen sind. Und eine Stimme ruft aus der Wolke: „Das ist mein geliebter Sohn auf ihn sollt ihr hören.“ Die Verklärungsgeschichte will eine Standortbestimmung Jesu für seine Jünger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem sein. Die Verwandlung Jesu im Licht zeigt den Jüngern, den Glaubenden, die absolute Nähe Gottes zu Jesus, der unterwegs ist in die Stadt des Leidens und des gewaltsamen Todes – die absolute, bleibende Nähe Gottes zu Jesus bis in den Tod, aus dem ihn Gott errettet, wird hier bezeugt. So wird die Verklärung Jesu Hinweis auf seine Auferstehung. Die Verwandlung Jesu im Licht – die Stimme aus der Wolke, in deren Schatten wir hinein genommen sind: „Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn sollt ihr hören.“ Dies bedeutet: Er ist die letzte, die ganze Schöpfung umfassende Zu-Sage Gottes. In ihm sagt Gott zu jedem einzelnen: Du bist mein geliebter Sohn! Du bist meine geliebte Tochter.

11. Sonntag Jahr A. 2011 

(P.Thomas Mathew TOR - DIR. Saint Alphonsa Mission) 

Liebe Schwestern und Brüder,

An diesem Sonntag feiern wir das Fest des Heiligen Josef. In der Heiligen
Schrift wird der Heilige Josef als